Kategorie: KI & Kreativität

  • KI-Agenten im Marketing: Von „Assist“ zu Orchestrierung

    KI-Agenten im Marketing: Von „Assist“ zu Orchestrierung

    In vielen Teams ist Generative KI längst angekommen – oft als Helfer für Text, Ideen oder Visuals. Der nächste Schritt heißt Agentic AI: nicht nur erzeugen, sondern planen, entscheiden und handeln – innerhalb klarer Leitplanken. Das ist ein echter Paradigmenwechsel: Aus „Ich frage ein Modell“ wird „Ein Agent koordiniert einen Prozess“.

    Was Agenten im Marketing leisten können

    Für Marketing und Kommunikation bedeutet das: KI kann perspektivisch nicht nur einzelne Bausteine liefern, sondern Workflows orchestrieren – z. B. Kampagnenplanung, Kanaladaptionen, QA-Checks, Reporting, Testing-Backlogs oder die Pflege von Content-Hubs. Praktisch sieht das so aus: Ein Agent sammelt Inputs (Ziele, Zielgruppen, Assets, Performance-Daten), schlägt eine Kampagnenstruktur vor, erstellt Varianten für Creatives und Copy, legt einen Testplan an, priorisiert Optimierungen nach KPI-Impact – und dokumentiert Learnings in einem Playbook.

    Der Mensch bleibt dabei nicht außen vor, sondern wird zum Creative Director und Entscheider: Er setzt Ziel und Grenzen, prüft Qualität, Tonalität, Risiko und Kontext.

    Der eigentliche Nutzen: weniger Reibung, mehr Steuerbarkeit

    Das große Versprechen ist nicht „vollautomatisiertes Marketing“, sondern bessere Steuerbarkeit bei weniger Reibung: weniger manuelle Übergaben, weniger Copy-Paste zwischen Tools, weniger Reporting, das niemand nutzt. Deshalb investieren Plattformen stark in Agent-Ökosysteme und Agent-Building-Tools.

    Marken-Konsistenz: Governance statt Bauchgefühl

    Für Unternehmen entsteht daraus eine Kernfrage: Wie bleibt die Marke konsistent, wenn Systeme autonomer werden? Die Antwort heißt Governance – nicht als Bürokratie, sondern als kreative Leitplanke: definierte Brand Voice, erlaubte Claims, No-Go-Zonen, Freigabeprozesse, Quellenregeln, Datenschutz/Compliance und ein QA-Framework. Dann wird Agentic AI nicht zum Risiko, sondern zum Skalierungshebel: mehr Varianten, bessere Tests, schnellere Iteration – ohne dass Ton, Haltung und Qualität kippen.

    Ein Fazit

    Generative KI war der Einstieg in neue Kreativproduktion. KI-Agenten sind der Schritt zur prozessualen Exzellenz – dort, wo Marketing nicht an Ideen scheitert, sondern an Abstimmung, Komplexität und Wiederholbarkeit. Wer jetzt sauber aufsetzt (Use Cases, Datenzugriff, Leitplanken, Messung), kann 2026 nicht nur „mehr Content“ machen, sondern mehr Wirkung mit weniger Reibung erzielen.

  • GEO/LLMO: Wie Content in KI-Suchen sichtbar wird

    GEO/LLMO: Wie Content in KI-Suchen sichtbar wird

    Suchmaschinen verändern gerade ihre Rolle: Immer häufiger bekommen Nutzer nicht mehr zehn blaue Links, sondern eine zusammengefasste Antwort – oft inklusive Quellen. Genau hier setzt Generative Engine Optimization (GEO) bzw. LLM Optimization (LLMO) an: Es geht weniger darum, „auf Platz 1“ zu ranken, sondern in KI-generierten Antworten als verlässliche Quelle aufzutauchen.

    Warum GEO mehr ist als klassisches SEO

    Das ist eine andere Disziplin als klassisches SEO, weil KI-Systeme Inhalte nicht nur „finden“, sondern verstehen, verdichten und zitieren müssen. Für Unternehmen entsteht dadurch eine neue Chance (und Pflicht): Wer seine Expertise so strukturiert, dass sie als Referenz taugt, gewinnt Sichtbarkeit in einem Umfeld, in dem Klicks tendenziell knapper werden können.

    Der wichtigste Hebel: Referenz-Qualität

    Der Hebel liegt in der Referenz-Qualität eurer Inhalte. KI-Systeme bevorzugen Material, das eindeutig ist: klare Definitionen, saubere Antworten, nachvollziehbare Quellen, konsistente Begriffe und eine Struktur, die sich gut „extrahieren“ lässt. Das heißt nicht, dass man für Maschinen schreibt – im Gegenteil. GEO funktioniert dann am besten, wenn Content für Menschen maximal hilfreich ist: präzise, gut gegliedert, kontextreich.

    In der Praxis sind Content Hubs dafür ideal: Themencluster, Glossare, FAQs, How-tos, Checklisten und Use-Case-Artikel, die miteinander verlinkt sind und eine klare Autoritätslinie aufbauen. Ergänzend werden technische Grundlagen wieder wichtiger: saubere Informationsarchitektur, interne Verlinkung, strukturierte Daten, eindeutige Entities (Marke, Produkte, Standorte, Personen) und ein „zitatfähiger“ Stil (kurze, belastbare Kernaussagen).

    Vertrauen wird zum Rankingfaktor

    Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Vertrauen: Wenn KI-Antworten nicht immer zuverlässig sind, wird es für Unternehmen umso wichtiger, als seriöse Quelle aufzutauchen – mit Expertise, Transparenz und klarer inhaltlicher Verantwortung.

    Erfolg messen: Visibility statt nur Rankings

    Für die Erfolgsmessung braucht es ebenfalls ein Update: Neben Rankings und organischem Traffic wird „Visibility in Answers“ relevant – also wie oft eure Marke in KI-Antworten genannt oder zitiert wird. Viele Teams starten pragmatisch mit einem festen Prompt-Set (typische Kundenfragen) und prüfen regelmäßig, ob und wie sie in den Antworten erscheinen.

    Der strategische Nutzen ist groß: GEO/LLMO zwingt zu Klarheit – in Positionierung, Begriffswelt und Mehrwert. Und genau das macht Inhalte nicht nur „KI-tauglich“, sondern auch besser für Nutzer, Vertrieb und Marke.

  • KI – Coworking oder Wettkampf?

    KI – Coworking oder Wettkampf?

    Illustration einer Roboterhand und einer menschlichen Hand als Symbiose zum Thema KI

    Künstliche Intelligenzen wie ChatGPT, Jasper und Co. sind in aller Munde – und das aus gutem Grund. Wer eines der populären KI-Tools bereits getestet hat, wird wissen, welch beeindruckende Resultate sie produzieren und wie groß die Verlockung ist, sich hier und da ein wenig Fleißarbeit abnehmen zu lassen. Die neuesten Entwicklungen haben in der Öffentlichkeit eine Debatte über die Potenziale und Konsequenzen der KI-Nutzung entfacht, in der sich neben großer Euphorie vor allem auch Skepsis breitmacht. Wieviel sind unsere Jobs noch wert? Welche Rolle spielt der Mensch im Marketing der Zukunft? Und wo bleibt bei allem die Kreativität? All das sind Fragen, die wir uns zu Recht stellen. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch schnell klar, dass Schwarzweißdenken hier nicht angebracht ist. Lassen wir uns im Folgenden auf den zweiten Blick davon überzeugen, wie wir KI in unserer Arbeit gewinnbringend einsetzen können, ohne uns von ihr ersetzen zu lassen.


    Ein wahrgewordener Widerspruch

    Hinter dem abstrakten Begriff der Künstlichen Intelligenz verbirgt sich zunächst ein scheinbarer Widerspruch. Ist nicht Intelligenz etwas, womit die Natur explizit uns Menschen ausgestattet hat? Der technologische Fortschritt hat dieses Paradox ausgehebelt und Wege gefunden, menschliche Verhaltens-, Denk- und Lernprozesse technisch nachzuempfinden. So liegt die verborgene Superpower der KIs darin, Erkenntnisse zu generieren, Zusammenhänge herzustellen und diese auf verschiedenste Kontexte anzuwenden. Als Teilgebiet der Informatik basieren KIs unter anderem auf den Methoden des Machine und Deep Learnings sowie auf dem Verständnis natürlicher Sprache (Natural Language Processing). Und die Weiterentwicklung kennt kein Tempolimit.


    Skills, die sich sehen lassen können – KI-Nutzung im Marketing

    Pixelgrafik mit einem Mensch/Roboter ähnlichen Kopfes und verschiedenen Sprechblasen zum Thema KI

    Seit dem Aufkommen von Social Media hat kaum ein Ereignis die Marketing-Welt so sehr revolutioniert wie die Künstliche Intelligenz. Vom automatisierten Grafikdesign über Verfahren der Kündigungsprävention bis hin zur Personalisierung von Werbung gibt es viele Möglichkeiten, wie KI-Tools die vielseitige Arbeit der Branche unterstützen können. Das Ziel besteht darin, die Effektivität und den Erfolg des Marketings, meist gemessen am Return-on-Investment, kontrolliert und langfristig zu steigern.

    Einer der größten Vorteile von KIs ist ihre Fähigkeit, große Mengen an Kundendaten zu analysieren, Aussagen über die Zielgruppen zu treffen und Muster im Nutzungs- und Kaufverhalten aufzudecken. Auf Basis der analysierten Daten können Prognosen aufgestellt, Trends vorhergesagt und Optimierungspotenziale genutzt werden. KIs sind ebenfalls in der Lage, die Effektivität von Marketingkampagnen zu messen und zu verbessern, indem sie A/B-Tests durchführen und automatisch Anpassungen vorschlagen.

    Auch bei der Erstellung von Grafiken, Texten und Videos können KIs unterstützend eingesetzt werden. So ist z.B. ChatGPT dazu in der Lage, aus den Massen an digitalem Textmaterial eine komprimierte und faktenbasierte Auswahl an Informationen zu treffen, mit der z.B. Texter*innen zeitsparend arbeiten können. Dabei überzeugt die KI vor allem durch ihre Neutralität und Vorurteilsfreiheit, die sie von menschlichen Verfasser*innen unterscheidet. Auch im Design vollbringt KI bereits kleine Wunder. Für alle, die mehr darüber erfahren möchten, lohnt sich ein Blick in den Blog von Jenny Habermehl, Designerin und Unternehmerin, die sich wissenschaftlich intensiv mit der Zukunft von KI und Design beschäftigt hat.


    Warum KI allein nicht reicht – Grenzen und Herausforderungen

    Pixelgrafik von der unteren Hälfte eines menschlichen Kopfes

    Wie zu erwarten, gibt es auch Grenzen bei der Anwendung von KI im Marketing. Obwohl die Systeme und Algorithmen dazu in der Lage sind, Muster in Daten zu erkennen, können sie Kreativität und menschliche Emotionen nicht ersetzen. Eine erfolgreiche Marketingkampagne erfordert nicht nur eine gründliche Datenanalyse, sondern auch eine kreative Idee, die eine emotionale Reaktion bei der Zielgruppe auslöst. KI kann dabei helfen, diese Ideen zu entwickeln, aber am Ende sind es immer noch Menschen, die die Entscheidungen treffen und die kreative Vision zum Leben erwecken. Für uns bedeutet das also, uns unseren Humor und Sprachwitz beizubehalten, unserer Fantasie und Inspiration Raum zu geben und die Fähigkeit des Um-die-Ecke-Denkens aktiv anzuwenden.

    Eine weitere Herausforderung beim Einsatz von KI im Marketing besteht in der Verwendung sensibler Daten, beispielsweise in Form von persönlichen Informationen der Nutzer*innen und Kund*innen. Datensicherheit und Privatsphäre sind Themen, die im digitalen Zeitalter sowieso schon von Relevanz sind, aber gerade bei der Verwendung von KI berücksichtigt werden müssen, um das Vertrauen der Kundschaft zu gewinnen und dauerhaft zu erhalten. Da Skepsis oft durch Ungewissheit entsteht, lautet das Zauberwort auch hier: Transparenz.


    Auf einen Blick

    Die Potenziale von KI sind mit Hinblick auf ihre permanente Weiterentwicklung nahezu unerschöpflich. So können sie nicht nur bei zeitintensiven Fleißaufgaben unterstützen, sondern auch zum Feinschliff beitragen, z.B. in der Optimierung von Werbekampagnen. Allerdings lässt sich die Kreativität und die emotionale Intelligenz des Menschen nicht vollständig durch KI ersetzen – und das ist auch gut so.

    Es ist wichtig, diese Grenzen zu verstehen und KI vielmehr als Ergänzung der menschlichen Fähigkeiten zu begreifen, denn als Ersatz. Dass wir uns innerlich noch dagegen sträuben mögen, ist normal und aus der Vergangenheit als typische Reaktion auf bahnbrechende Innovationen bekannt. Verschließen wir uns jedoch komplett vor ihr, laufen wir Gefahr, auf der Strecke zu bleiben. Schließlich hat der Boykott einzelner Skeptiker*innen dem technologischen Fortschritt bisher selten den Weg versperrt. Lernen wir also, ihn zu unseren Gunsten zu nutzen – zum Beispiel durch gezieltes Training der KI-Kommunikation, sogenanntes Prompt Engineering.

    Es liegt an uns, ob wir KI als Bedrohung auf dem Vormarsch betrachten, oder ob wir sie als unterstützendes Tool heranziehen, das unsere Fähigkeiten erweitert und bei richtigem Einsatz vor allem eines bietet: eine Menge neuer Möglichkeiten.